Wiener Gewässer: Seltener Schwarzstorch am Liesingbach gesichtet!

 

Naturnah rückgebaute Bäche bieten Tieren und Pflanzen neuen Lebensraum.

 

Wien (OTS) - Die Gewässer Wiens locken nicht nur erholungssuchende Großstädter an ihre Ufer, sondern auch so manchen „schrägen Vogel“. So gelang einem Mitarbeiter der Fachabteilung Wiener Gewässer bei einem Kontrollrundgang ein seltener Schnappschuss: Ein Schwarzstorch mitten im Liesingbach im 23. Bezirk im Bereich zwischen Willergasse und Ambrosweg, offenbar auf Futtersuche.

 

Schwarzstorch – ein scheuer Artgenosse

 

Der Schwarzstorch ist der äußerst scheue Bruder des Weißstorches. Er besiedelt vorrangig ruhige Au-Wälder. Der Schwarzstorch ernährt sich von Amphibien und Wirbellosen, aber auch Fische sind Teil seines Speiseplans. Mitte August brechen die Störche wieder in ihr Überwinterungsgebiet in Zentralafrika auf. Auch im Luftraum über dem Nationalpark Donau-Auen ist der Schwarzstorch regelmäßig zu beobachten.

 

„Der Schwarzstorch am Liesingbach ist eine schöne, seltene und besondere Beobachtung“, sagt Gábor Wichmann, Geschäftsführer der Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich. „Es ist anzunehmen, dass er hier auf Nahrungssuche ist und womöglich erneut im Wienerwald gebrütet hat. Sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet liegt in Auwäldern und bei größeren Flüssen. Wienerwaldbäche sind für den Schwarzstorch aufgrund ihrer verlässlichen Wasserführung zur Futtersuche zunehmend interessant. Somit könnte der scheue, störungsempfindliche Vogel auch zukünftig immer wieder beobachtet werden.“

 

Naturnahe Gestaltung des Liesingbaches

 

Der Liesingbach ist ein 30 km langer Wienerwaldbach, der im Wienerwald entspringt, den 23. Bezirk und den 10. Bezirk durchfließt und schließlich in die Schwechat mündet. Große Teile des hart verbauten Baches wurden in den letzten beiden Jahrzehnten etappenweise von der Stadt Wien renaturiert. Von den Maßnahmen, die im Rahmen einer Renaturierung getroffen werden, profitieren sowohl das Ökosystem als auch der Hochwasserschutz. Als Erholungsbereiche sind naturnah gestaltete Gewässer auch für Anrainerinnen und Anrainer attraktiv.

 

Bis Ende 2016 wurden insgesamt 9,2 Kilometer des Liesingbaches naturnah ausgestaltet. Zuletzt wurde ein 2015 fertiggestelltes Teilstück zwischen Ambrossteg und Kaiser-Franz-Josef-Straße rückgebaut.

 

Gezielt naturnahe Ufer schaffen

 

Sowohl aus wasserwirtschaftlichen als auch aus ökologischem Gründen wird heutzutage hoher Wert auf die naturnahe Gestaltung von Gewässerabschnitten gelegt, die bisher in gepflasterten Gerinnen flossen. So wurden in den vergangenen zehn Jahren unter der Federführung der Fachabteilung Wiener Gewässer Teilstücke am Liesingbach, am Wienfluss, am Gütenbach, am Eckbach und am Petersbach naturnah umgestaltet.

 

Zu den wichtigsten baulichen Maßnahmen zählen die Aufweitungen des Baches und die Entfernung der Pflasterung im Flussbett. Zu einem natürlichen Bachlauf gehören auch kleine Buchten, Flachwasserzonen, Steine und Uferbepflanzungen. Diese Maßnahmen steigern die Wasserqualität, erhöhen die Attraktivität des Umlandes für die AnrainerInnen und verbessern auch den Hochwasserschutz. Eine naturnahe Umgestaltung bedeutet aber auch: Viele Tiere und Pflanzen siedeln sich wieder im und am Wasser an. Das betrifft sowohl die Anzahl als auch die Artenvielfalt.

 

Tiere kehren zurück

 

Studien an rückgebauten Gewässern in Wien zeigen, wie positiv sich die Maßnahmen auf die ökologische Funktionsfähigkeit des Gewässers auswirken. So wurde nach der Schaffung des großen Erholungsgebietes entlang des Liesingbaches im Süden Wiens vor rund zwölf Jahren ein regelmäßiges ökologisches Monitoring durchgeführt. Die Ergebnisse sind mehr als erfreulich und zeigen eine ganz deutliche Zunahme der Artenvielfalt. So konnten in den renaturierten Bach-Abschnitten bereits kurz nach der Renaturierung acht zusätzliche Libellenarten gezählt werden. Auch zahlreiche Fischarten wie Aitel, Gründling, Elritze, Barbe und Bachforelle besiedeln den Abschnitt seither wieder.

 

Mathilde Urban
Öffentlichkeitsarbeit
Stadt Wien / Wiener Gewässer

 

Foto: PID (c) 2019

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Andreas Wanda TÜV AUSTRIA Group Marketing & Communication presse@tuv.at

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